Allgemeine Informationen
Das Peritoneum - Was ist das Bauchfell?
Das Bauchfell (Peritoneum) ist aus dem griechischen peritonaion (das Ausgespannte) abgeleitet. Das Peritoneum ist eine dünne Haut, die den Bauchraum von innen auskleidet. Es umgibt sowohl die Innenseite der Bauchwand (Peritoneum parietale), als auch die Organe des Bauchraumes (Peritoneum viscerale).
Das Peritoneum viscerale umschließt die meisten Baucheingeweide. Das Peritoneum ist eine Verschiebeschicht, die Bewegungen der Organe gegeneinander erleichtert. Dies wird erreicht durch die Peritonealflüssigkeit, die vom Peritoneum selber gebildet wird und wie ein Schiermittel die Reibung im Bauchraum herabsetzt. Die Oberfläche des Bauchfells ist sehr groß, sie beträgt in etwa 1,5 bis 2,0 m2.
Was ist Peritonealkarzinose?
Eine Peritonealkarzinose ist der Befall des Bauchfelles mit bösartigen Tumorzellen, bzw. Metastasen (Tochtergeschwülsten) von bösartigen Tumoren verschiedenster Organe. Eine Peritonealkarzinose geht selten vom Peritoneum selber aus, sondern ist in der Regel die Folge eines Krebsgeschwulstes, das seinen Ursprung in anderen, meist im Bauchraum gelegener Organe hat. Es können allerdings in seltenen Fällen auch Tumore außerhalb des Bauchraumes (beispielsweise Tumore der Brustdrüse) eine Peritonealkarzinose verursachen.
Tatsächlich kann jeder Tumor, der über die Begrenzungen seines Ursprungsorgans hinauswächst, bösartige Zellen in den Bauchraum aussenden. Diese Zellen können sich am Bauchfell festsetzen, dort weiter wachsen und schließlich Tumorknoten bilden.
Man unterscheidet eine diffuse Karzinose und eine lokalisierte Karzinose.
Von einer diffusen Karzinose wird gesprochen, wenn sich diese Tumorknoten im gesamten Bauchraum oder auch auf der Oberfläche anderer Bauchorgane gebildet haben.
Lokalisiert ist eine Peritonealkarzinose dann, wenn sich einzelne Knoten nur auf einem umschriebenen Gebiet gebildet haben.
Behandlung der Peritonealkarzinose
Nachteilig bei diesem Therapieansatz ist allerdings dass die Hitze und die Zytostatika von der Oberfläche aus in den Tumor eindringen müssen. Dies ist jedoch nur für wenige Millimeter möglich, so dass Tumor mit einer Größe von > 3 mm nicht ausreichend therapiert werden können. Aus diesem Grunde ist eine maximale chirurgische „Tumorentfernung“ erforderlich bevor die HIPEC angewendet werden kann.
Somit ist auch eine teilweise Entfernung des Bauchfells notwendig. Problematisch ist allerdings eine vollständige Entfernung des Bauchfells, da dieser chirurgische Eingriff aufgrund möglicher hoher Blutverluste belastend für den Patienten sein kann. Zusätzlich können die Nebenwirkungen der Zytostatika zunehmen, da das Peritoneum wie eine Barriere zwischen dem Bauchraum und dem Rest des Körpers wirkt und nach der Entfernung dieser Barriere mehr Zytostatika über die Bauchwandmuskulatur in den Körperkreislauf aufgenommen werden.
Chemotherapie
In der Behandlung bösartiger Tumore versteht man unter Chemotherapie die medikamentöse Behandlung mit verschiedenen chemischen Substanzen, die Tumorzellen zu schädigen vermögen Im Idealfall sollten sie ihre schädigende Wirkung gezielt auf bestimmte krankheitsverursachende Zellen (Tumorzellen) ausüben und diese abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen, während normale Körperzellen weniger oder idealerweise gar nicht von dieser Wirkung betroffen werden.
Die Chemotherapie greift in den Stoffwechsel der Zellen ein. Daher ist sie um so wirksamer, je aktiver der Stoffwechsel ist und je häufiger sich Zellen teilen. Dies sind in erster Linie die bösartigen (malignen) Zellen, also die Tumorzellen.
Auch gesunde Zellen verschiedener Organsysteme teilen und vermehren sich und reagieren damit empfindlich auf die Chemotherapie. Daher kann es zu Nebenwirkungen und Komplikationen einer chemotherapeutischen (zytostatischen) Behandlung kommen.
HIPEC – Die Kombination aus regionaler Hyperthermie und regionaler Chemotherapie
Durch den gleichzeitigen Einsatz einer Hitzebehandlung (Hyperthermie), die selbst bei alleiniger Anwendung schädlich für Tumorzellen ist, ist darüber hinaus eine Erhöhung der wachstumshemmenden Effekte auf die Tumorzellen durch die Chemotherapeutika möglich, die möglicherweise auf einer erhöhten Zelldurchlässigkeit für Chemotherapeutika und eingeschränkten Reparaturmechanismen der Tumorerbsubstanz beruht. Einige Substanzen die in der Tumortherapie eingesetzt werden, sind bei 42°C 10 bis 15 mal wirksamer als bei 37°C.
Durch die Kombination von Hyperthermie mit den Zytostatika wird somit eine deutliche Steigerung der Wirksamkeit erzielt.
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